Anleitung zur DALI-Installation im Privathaus für jedermann

Ihnen gefällt dieser Beitrag? Klicken und teilen!

1. Einleitung LED Dimmen mit DALI

Die LED-Technik und die neue Generation von intelligenten Netzteilen mit digitalem Interface lassen Sie Ihre Wohnraumbeleuchtung mit einer DALI-Installation bequem und Ihrer Stimmung entsprechend steuern.

Hierbei wird mit einem intelligenten Netzteil (auch Betriebsgerät genannt) für das LED-Leuchtmittel die gewünschte Spannung/Strom aus der Netzversorgung direkt bereitgestellt.

DALI (Digital Addressable Lighting Interface) standardisiert und erlaubt DALI-Steuergeräte und DALI-Betriebsgeräte verschiedener Hersteller zu kombinieren. Der DALI-Bus Ihrer DALI-Installation versorgt dabei die Betriebsgeräte mit digitalen Steuerinformationen, womit diese an mehrere Betriebsgeräte gesendet werden können und somit mehreren Leuchtmitteln mit nur einem Tastendruck unterschiedliche Helligkeitswerte zugewiesen werden können, eine sogenannte Szene wird aufgerufen.

 

2. Systemaufbau

Die Topologie der DALI-Installation besteht aus einem zweiteiligen LED Streifen, LED Einbaustrahlern und einer LED Flächenleuchte und ist wie folgt:

DALI-Installation

LED-Leuchtmittel

DALI-Betriebsgeräte zum Dimmen von LED

  • Für die LED Streifen: eldoLED linearDRIVE 210D.*
    Für Lasten bis 200 W, flickerfreie Dimmbarkeit, benötigt 24 V Stromversorgung (ELG-150 Meanwell).
  • Für die LED COB Downlights und das LED Panel:
    DALI-Betriebsgerät mit programmierbarem Konstantstrom eldoLED soloDRIVE 560/A.*
    Stromversorgung bereits integriert, max. 3 Downlights in Serie an einen Ausgang (daher 2 verwendet)

* Diese Produkte können bei LEDclusive.de per E-Mail bezogen werden. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer eldoLED-Seite.

 

DALI-Steuergerät und Stromversorgung

  • Spannungsversorgung DALI-Bus: DALI Stromversorgung PS2
  • Steuerung und Generierung der DALI-Befehle: DALI MC von LUNATONE (Anschluss von max. 4 Taster/Schalter)

DALI-Programmierung

 

3. Inbetriebnahme

Zuerst werden die DALI-Betriebsgeräte mit Hilfe der TOOLbox und dem FluxTool mit den Parametern für die Leuchtmittel programmiert, also Nennstrom und Dimm-Kennlinie (bei uns: logarithmische Dimm-Kennlinie). Der Nennstrom wird für 2 Konstantstrom-Betriebsgeräte auf 350 mA für die Downlights und beim dritten auf 1050 mA für das LED Panel eingestellt.
Schließlich wird der DALI USB Adapter an die DALI Leitung angeschlossen und mit dem PC verbunden.

 

4. Konfiguration

Zuerst erfolgt die Adressierung der DALI Komponenten (automatisch bei: neue Installation). Jedes der Geräte kann nun separat angesprochen und konfiguriert werden.
Im vorliegenden Projekt soll folgendes möglich sein:

  • Jede der 3 LED Lichtquellen soll separat ein-/ausschaltbar und per Taster dimmbar sein.
  • 3 verschiedene Szenen, bei denen alle 3 Lichtquellen gemeinsam gesteuert werden und dabei individuelle Helligkeitswerte annehmen.
  • 3 der insgesamt 9 Einbaustrahler sollen separat abschaltbar sein.
  • Alle Lichtquellen können gemeinsam ausgeschaltet werden.
  • Obige Funktionen sollen mit 4 Tastern bedienbar sein.

 

5. Festlegung der DALI Gruppen

Wir definieren die Guppenzugehörigkeiten der DALI-Installation (Ein Gerät kann auch zu mehreren Gruppen gehören):
Gruppe 0: Betriebsgerät 0 für Lichtstreifen (linearDRIVE 210D)
Gruppe 1: Betriebsgerät 1 und 2 für Downlights (zwei soloDRIVE 560/A 350 mA)
Gruppe 2: Betriebsgerät 3 für Panel (soloDRIVE 560/A 1050mA)

 

6. Festlegung der DALI Szenen

Von den 16 möglichen Szenen nutzen wir 6 mit folgendem Zweck:
Szene 0: Helligkeit beim Einschalten
Szene 1: Arbeiten
Szene 2: Ambiente
Szene 3: Fernsehen
Szene 4: Drei Downlights aus
Szene 5: Alles aus (Helligkeitswert 0)

 

7. Programmierung des DALI Multi Control Modules

Damit auf dem DALI Bus Befehle gesendet werden können, muss das DALI-Steuergerät (DALI MC) programmiert werden. An jeden der Eingänge T1, T2, T3 und T4 ist ein Taster angeschlossen, der mit einer Funktion (von 15) belegt werden kann.

Für die Ein-/Aus- und Dimmfunktion der DALI-Installation werden die Taster T2, T3 und T4 konfiguriert (Kurzes Tippen: Leuchte ein bzw. aus; langes Drücken: dimmt auf bzw. ab).
Als Zieladresse wird die jeweilige Gruppe angegeben:
T2: Gruppe 0
T3: Gruppe 1
T4: Gruppe 2

Die Taster sollen bei Ein- und Ausschalten eine Szene starten. Damit wird nicht im Steuergerät ein bestimmter Helligkeitswert fest vorgegeben, sondern dieser ist immer im Betriebsgerät individuell einstellbar.
Als Einschaltbefehl wird einfach „GOTO SCENE 0“ gewählt, als Ausschaltbefehl „GOTO SCENE 5“.

TasteFunktionZieladresseOn CommandOff Command
T2BF6: DimmtasterGruppe 0GOTO SCENE 0GOTO SCENE 5
T3BF6: DimmtasterGruppe 1GOTO SCENE 0GOTO SCENE 5
T4BF6: DimmtasterGruppe 2GOTO SCENE 0GOTO SCENE 5
  • Im Gegensatz zum On Command „Recall Max“ oder „Recall Min“ kann der Helligkeitswert beim Einschalten in der Szene 0 unabhängig Dimmwert gewählt werden.
  • Alternativ kann der Befehl OFF gesendet werden. OFF schaltet sofort aus. Ist ein sanftes Herunterdimmen zum Ausschalten gewünscht, dann empfiehlt sich ein Szenenaufruf.
  • Da der Taster an eine Gruppe und nicht an eine einzelne Adresse sendet, kann später das Beleuchtungskonzept erweitert werden, ohne dass am Taster eine Umprogrammierung erfolgt. Man fügt lediglich ein weiteres Betriebsgerät dieser Gruppe hinzu.

T1: Steuerung der Szenen und die zentrale Ein-/Ausschaltfunktion.
Hierfür wird er mit der Makro-Funktion „Sequenzieller Szenenaufruf“ (DALI MC) konfiguriert.
Die Zieladresse sind alle Gruppen (Broadcast), da die Szenen auf alle 3 Lichtquellen wirken sollen.
„Sequenzieller Szenenaufruf“: mit jedem Drücken des Tasters wird zur nächsten Szene weitergeschaltet (max.16 Szenen und AUS).

Das DALI MC erlaubt welche der Szenen in die zyklische Sequenz aufgenommen werden sollen:
SCENE 1 -> SCENE 2 -> SCENE 3 -> SCENE 4 -> SCENE 5 -> SCENE 1 -> usw.

Die Szenen werden dabei überblendet, jedes Betriebsgerät fährt vom augenblicklichen Helligkeitswert in der Fading Time auf den neuen der aufgerufenen Szene. Wird der Taster vor Ablauf erneut gedrückt, wird der Zielwert der nächsten Szene angefahren (Fading Time startet neu).

 

8. Programmierung der DALI Szenen

Bei Helligkeitswerten sind Werte von 0 bis 255 möglich. 0 entspricht OFF bzw. Helligkeitswert 0%, 254 entspricht Helligkeitswert 100%. Helligkeitswerte dazwischen werden nichtlinear auf die Werte 1 bis 253 abgebildet (1: 0,1% und 253: 97,3%).

Wert 255 (MASK) ist reserviert und bedeutet keine Helligkeitsänderung. Somit kann man beim Aufruf von Szenen vorher eingestellte Helligkeitswerte übernehmen (selektives Ausschalten der 3 Downlights). Alle Betriebsgeräte behalten ihre Werte bei, nur die Downlights dimmen in Szene 4 auf 0%.

Bei Szene 3 kann man mit den Tastdimmern jede Lichtquelle individuell dimmen und danach zur Szene 4 wechseln, um die Downlights abzuschalten. Die Helligkeit der verbleibenden Downlights ist also auch einstellbar, obwohl deren Betriebsgerät von keinem Taster angesteuert wird.

  Helligkeit bei ONArbeitenAmbienteFernsehen3 Downl. ausAus
LichtquelleDALI GruppeSzene 0Szene 1Szene 2Szene 3Szene 4Szene 5
Lichtstreifen0229: 50%254: 100%220: 40%190: 17%255: Mask0: 0%
Downlights 6er Gruppe1229: 50%245: 78%210: 30%176: 12%255: Mask0: 0%
Downlights 3er Gruppe1229: 50%245: 78%210: 30%176: 12%0: 0%0: 0%
LED Panel2229: 50%235: 60%170: 10%0: 0%255: Mask0: 0%

 

9. Festlegen weiterer DALI Parameter

Bereich der gewünschten Dimmbarkeit: hängt vom Leuchtmittel und den örtlichen Gegebenheiten ab.
Min Level 1: 0,1%
Max Level 254: 100%

Die zeitlichen Parameter sind ausschlaggebend beim Szenenwechsel und beim Dimmen: Daher identisch in allen Betriebsgeräten. Für Überblenden der Szenen ist die Fading Time ausschlaggebend, für feinfühliges Regeln der Helligkeit, die Fading Rate.
Fading Time 3: 1,4 s
Fading Rate 8: 31,6 Schritte/s

Bei einem Fehler am DALI-Bus (Kurzschluss) und nach Wiederkehr der Netzspannung ist das Verhalten festzulegen, hier: Leuchten aus.
System Failure Level 0: 0%
Power On Level 0: 0%

 

10. Zusammenfassung der DALI-Installation

Mit einem DALI-Steuergerät und 4 Tastern lässt sich eine umfangreiche Lichtsteuerung für 3 einzelne Lichtquellen ermöglichen, die neben dem Komfort einer zusätzlichen Szenensteuerung, deren Programmierung sehr übersichtlich ist, noch weitere Vorteile bietet. Die gewählten Betriebsgeräte erlauben einen größeren Dimmbereich nach unten und bieten ein verbessertes Flickerverhalten. Zudem bietet die Lösung einen Kostenvorteil gegenüber konventionellen Lösungen, wo neben den Netzgeräten und höherem Verdrahtungsaufwand auch mehrere kostenintensive elektronische Tastdimmer nötig wären.

 

Bezugsquelle: Dietmar Wenzel
Wir danken unserem treuen Kunden Herrn Wenzel für diesen Beitrag.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

7 − zwei =

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.